Hannover Messe 2008
Die Hannover Messe wird für Normalsterbliche immer interessanter. Während es vor ein paar Jahren nur Ventile, Schläuche und Schrauben zu sehen gab, folgt mittlerweile ein Roboter dem nächsten - zumindest in den entsprechenden Hallen.
Bei den Meisten handelt es sich um Industrieroboter, die trotz hoher Arbeitsgeschwindigkeit eine erstaunliche Präzision aufweisen. Dies ist unter Anderem den hochwertigen Motoren zu verdanken, die von den entsprechenden Herstellern natürlich auch vorgestellt werden - da sind zum Beispiel zwei Schrittmotoren gegenüber angeordnet und durch dünne Bleistiftminen verbunden. Beide Motoren drehen sich absolut synchron, erst langsam dann sehr schnell, ohne dass die Mienen brechen. Das war nur ein Beispiel, man sieht noch viele andere Exponate, die Ähnliches beweisen.
Volkswagen zeigt neben den Industrierobotern, die in der Fertigung verwendet werden, auch ein Auto, das selbstständig einparkt, nachdem der Fahrer ausgestiegen ist. Aussteigen und das Auto sich selbst überlassen ist jedocht nicht möglich. Während der Wagen parkt, muss auf dem Schlüssel permanent ein Knopf gedrückt werden, sonst belibt das Auto sofot stehen - wohl aus Sicherheits- und Versicherungsgründen. Das Rangieren ist recht ruckelig (aber man sitzt ja selbst zum Glück nicht mehr drin) und dauert zudem recht lang (jedoch angeblich wesentlich kürzer, meint der Moderator, als er einparken könne), aber immerhin.
Dass Autos auch ganz autonom fahren können, haben ja schon einige bei Wettbewerben wie der Grand Challenge und Urban Challenge gezeigt. Einige Teilnehmer findet man auch auf der Hannover Messe. Während das selbst einparkende Auto von Außen nichts Besonderes vermuten ließ, findet man hier jedoch einen Haufen von Sensoren auf dem Dach, ganz zu schweigen von dem Kofferraum voller Rechner.
Am meisten Action sieht man beim Roboterfußball. Verschiedene Disziplinen sind vertreten, von Kickern auf Rädern über Aibos bis zu Laufrobotern. Bei Letzteren fällt sofort auf, dass der sichere Bewegungsablauf auf zwei Beinen das Hauptproblem darzustellen scheint. Wie die Roboter genau im Team zusammenarbeiten, habe ich nicht erfahren, es scheint fast so, als agiere jeder auf eigene Faust. Da sie jedenfalls oft hinfallen, ist das Aufstehen bestimmt mit das ausgereifteste Verhaltensmuster... Bei einem Angriff wirft sich der Torwärter sportlich auf die Seite, teilweise leider lange bevor der Gegner geschossen hat. Dieser wiederum schießt irgendwann einfach los - mit etwas Glück liegt der Torwart dann immer noch richtig. In der größeren Liga geht es darum, autonom arbeitende Roboter miteinander kommunizieren zu lassen und komplexere Spielzüge auszuführen - dafür fahren sie aber auf Rädern.
Wieder viel kleinere Fußballroboter werden von einem gemeinsamen Rechner gesteuert, der die Position seiner Spieler über eine an der Decke angebrachten Kamera ermittelt. Hier ist also ein einziger Rechner für die Spielsteuerung verantwortlich und hier sieht man wie ich finde die ausgereiftesten Teams. Bei einem Freistoß decken zwei Abwehrroboter die direkte Schusslinie, während sich der zweite gegnerische Stürmer freizufahren versucht. Auch die komplette Simulation, also ganz ohne fahrbare Roboter, ist vertreten. Hier kann man lediglich auf einem großen Beamer Farbkreise beobachen, die einen weiteren Kreis (den Ball) durch geschickte Pässe ins gegnerische Tor zu befördern versuchen.
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